Abendphantasie


Autor: Klaus Urban

Hallo Liebste.

Ich hab mich hier ins Bett reingekuschelt -- allein. Aber ich träume. Ich träme von Dir. Ich stelle mir vor, wie Du neben mir liegst, und wie ich Dir in die Augen sehe. Ganz lang. Ich streichle mit dem Finger Deine Wangen, ganz zart und vorsichtig fahre ich an der Nase entlang. Ein stürmischer Kuß zwischendurch muß sein.

Wir bauen ein paar Luftschlösser, nur so aus Spaß. Wir werfen verrückte Ideen durcheinander, daß sie nur so purzeln, wir sind verrückt, ach und wenn schon, scheißegal! Wir fliegen zusammen durch einen Wirbel aus Ideen und sammeln dabei ein paar Körnchen auf, die wir nachher, wenn wir wieder auf der Erde landen, gut gebrauchen können, als Bausteine für unseren realen Traum.

Die Leidenschaft, die wir selber entfachen, trägt uns fort, trägt uns gemeinsam hinauf auf immer höhere Wellen der Lust nicht nur äußerlicher, sondern inniger Verbundenheit! Sanft landen wir wieder auf der Erde, uns gegenseitig auffangend, aneinander, ineinander, miteinander.

Die Gemeinsamkeit endet hier nicht, oh nein, sie wird noch inniger. Ein leidenschaftlicher Kuß entbrennt, wie ein kleines Nachbeben. Ein verschmitztes Lächeln, ein lautes Lachen im Chor, als wir in unseren Augen gleichzeitig die Frage entdecken: "Naaaa, und wie war Dein Flug?" :)

Wir fassen uns an der Hand, wir halten uns fest, wissend, daß wir nicht mehr alleine sind, daß wir nie mehr fallen können in dieser rauhen Welt. Ein wissendes Lächeln huscht über Dein Gesicht, und ich muß ebenfalls lächeln. So ist es gut.

Wir liegen zusammen, Arm in Arm, Wange an Wange, Haut an Haut. Ich kann den Duft Deines Haares riechen, und Deine Haarspitzen kitzeln mich in der Nase. Komm näher. Noch näher. Auf Zehenspitzen schleichen wir uns in den Schlaf. Kurzes Erwachen ab und zu, ein verschlafener, verwuschelter Blick, ein kleiner Händedruck, ah, Du bist's, wie wunderbar! Ein kurzer Schauer vor Glück.

Und was machen wir morgen?

Schau mer mal. :)))


Quelle: de.talk.romance
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